{"id":972,"date":"2020-09-18T10:36:06","date_gmt":"2020-09-18T08:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/?page_id=972"},"modified":"2020-10-07T17:40:38","modified_gmt":"2020-10-07T15:40:38","slug":"expertinnen-ecke-j-simon","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/ss20\/expertinnen-ecke-j-simon\/","title":{"rendered":"Expert:innen Ecke J. Simon"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"has-text-align-left has-primary-color has-text-color\" style=\"font-size:27px\"><strong>1. <span class=\"has-inline-color has-primary-color\">Bezug zur digitalen Kunstvermittlung und zu Positionen der Kunstvermittlung (Wahrnehmungsaktivierung)<\/span><\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-color has-text-color\">Das Museum als Ort, in dem Kunst, Wissen und Geschichte vermittelt werden, verliert in Zeiten der digitalen Selbstverst\u00e4ndlichkeit immer mehr sein Alleinstellungsmerkmal (vgl. Sandabad, 2017, S. 1). Die neuen Technologien haben l\u00e4ngst das Arbeitsfeld der Museen erobert. Digitale Medien und Ausdrucksformen gelten als verhei\u00dfungsvolle Schl\u00fcsselw\u00f6rter in der Kunstvermittlung. Sie versprechen neue Adressatengruppen, eine neue Besucheransprache, eine unterhaltsame Informationsvermittlung, neue Formen des Austauschs und eine vielversprechende Erlebnissteigerung (vgl. Gemmeke, John &amp; Kr\u00e4mer, 2001, S. 183).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<p><em>Doch wie k\u00f6nnen auch die eigene <\/em><strong><em>Wahrnehmung&nbsp;<\/em><\/strong><em>und&nbsp;<\/em><strong><em>Imagination&nbsp;<\/em><\/strong><em>der Beteiligten mithilfe der digitalen Medien angesprochen werden?<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die Darstellung des folgenden Projektes soll einen Einblick in das breitgef\u00e4cherte Spektrum der digitalen Kunstvermittlung erm\u00f6glichen. Insbesondere die k\u00fcnstlerisch-\u00e4sthetischen Aspekte des Verfahrens der Verfremdung<strong> <\/strong>sollen an dieser Stelle betont werden. Es geht dabei auch um die Fragestellungen: Wie unterst\u00fctzen die ausgew\u00e4hlten Medien den Ansatz einer wahrnehmungsorientierten Kunstvermittlung? Wie kann die Entstehung von visuellen Wahrnehmungseindr\u00fccken begr\u00fcndet werden? Und welche Relevanz hat die Vermittlungsidee f\u00fcr die Teilnehmer, die Jugendlichen? Bei dem hier vorgestellten Projekt handelt es sich um digitale Verfremdungen zu den Werken des aus Dresden stammenden Bildhauers, Zeichners und Autors Wieland F\u00f6rster. Das Kunstvermittlungsprojekt ist das Ergebnis einer Kooperation der Universit\u00e4t Erfurt mit dem Angermuseum Erfurt.<\/p>\n\n\n\n<h1 style=\"font-size:27px\"><strong>2. Spezifik der ausgew\u00e4hlten Medien: Video, digitale Verfremdung und Forum<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Ansatz einer wahrnehmungsorientierten Kunstvermittlung erwiesen sich die Medien Video, die digitale Verfremdung und das Forum als besonders geeignet. Das&nbsp;<strong>Video&nbsp;<\/strong>als k\u00fcnstlerisches Medium zeichnet sich durch die M\u00f6glichkeit der elektronischen Bildaufzeichnung und gleichzeitigen, unendlich multiplizierbaren Bildwiedergabe auf unterschiedlichen Monitoren aus. Nach Ren\u00e9 Berger (Zielinski, 1992, S. 134) wurde in unserem Projekt die Kategorie des Mikro-Videos angewandt. Das Mikro-Video wird von einzelnen f\u00fcr einzelne gemacht und zum k\u00fcnstlerischen Bereich gez\u00e4hlt. Der Sinn dieser speziellen Art von Video besteht dabei in dem gegenseitigen Austauschen und Kommunizieren. Aufgrund der elektronischen Bildaufzeichnung unterscheidet sich das Video zudem in einem zentralen Punkt, der in anderen Medien des k\u00fcnstlerischen Ausdrucks wie Malerei, Theater oder analoge Fotografie in dieser Form grunds\u00e4tzlich nicht vorhanden ist: Die elektronischen M\u00f6glichkeiten der Bildver\u00e4nderung, -verzerrung oder -verfremdung sowie die verschiedenen Formen des Feedbacks sind k\u00fcnstlerisch nutzbare und vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten. Genauso k\u00f6nnen Farben \u201esynthetisch\u201c hergestellt und ver\u00e4ndert werden&nbsp;und zeitverz\u00f6gerte Aufnahmen erzeugt werden (vgl. Zielinski, 1992, S. 134-135).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr unsere Videofilme verwendeten wir das Verfahren der digitalen&nbsp;<strong>Verfremdung<\/strong>, das unter anderem mit der App&nbsp;\u201eMirror Lab\u201c&nbsp;erzeugt wurde. Das Ausgangsmaterial bildeten dabei Fotografien der Skulpturen. Bei der Verfremdung wird ein bekanntes Objekt auf eine Art und Weise dargestellt, dass es ungewohnt und oft auf den ersten Blick nicht erkennbar erscheint. Damit werden konventionelle Wahrnehmungen irritiert und Einordnungen in bekannte Schemata verhindert. Stattdessen kommt es zu einer bewussten, aktiven Wahrnehmung, die zu neuen Lesarten und Deutungen f\u00fchrt. Es handelt sich bei der Verfremdung um eine k\u00fcnstlerische Strategie, mit der Reflexionen und kritisches Hinterfragen unterst\u00fctzt werden (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 226).<\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzend zu den Videofilmen steht den Beteiligten ganz bewusst das&nbsp;<strong>Forum&nbsp;<\/strong>zur Seite. Forum bedeutet Plattform f\u00fcr Diskussion und Auseinandersetzung. In den digitalen Verfremdungen wird eine Orientierung gegeben und zur kritischen Wahrnehmung angeregt. Urteilsf\u00e4higkeit, Wertebewusstsein und Kompetenz im Umgang mit neuen elektronischen Medien sind letztlich Schl\u00fcsselqualifikationen in nahezu allen Bereichen des Lebens, heute und noch viel mehr in der Zukunft. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist daher ein zentraler Leitgedanke des Forums. Das Forum bietet noch weitere Vorteile: Sie unterst\u00fctzt den bewussten Austausch der Jugendlichen untereinander, greift aktiv die Faszination der jungen Generation f\u00fcr Multimedia auf und fordert zur kreativen Gestaltung mit diesem Medium heraus (vgl. Gemmeke, John &amp; Kr\u00e4mer, 2001, S. 186-188).<\/p>\n\n\n\n<h1 style=\"font-size:27px\"><strong>3. Kunstwissenschaftlicher Bezug<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Im Rahmen des Seminars <strong>\u201eGrundlagen der Kunstp\u00e4dagogik und Kunstvermittlung\u201c<\/strong> besch\u00e4ftigten wir uns mit verschiedenen wissenschaftlichen Positionen zur Kunstvermittlung. Die nachfolgenden Ausf\u00fchrungen sollen den theoretischen Hintergrund unseres Vermittlungsansatzes n\u00e4her erl\u00e4utern. F\u00fcr die Wahl unseres Projektes <em>\u201eSkulpturen verfremdet\u201c <\/em>beziehen wir uns zum einen auf die aktualgenetische Wahrnehmungskonzeption, die im Folgenden dargelegt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 style=\"font-size:23px\"><strong>3.1 Die aktualgenetische Wahrnehmungskonzeption<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Begriff der <strong>Aktualgenese<\/strong>, durch Friedrich Sander 1926 begr\u00fcndet, meint das \u201eaktuelle Werden von Gestalten in einem \u00fcberschaubaren Erlebenszusammenhang\u201c, der f\u00fcr unsere Arbeit mit dem Verfahren der digitalen Verfremdung essenziell ist (zitiert nach Graumann, 1959, S. 431). Grundlegend beschreibt die Aktualgenese rein deskriptiv das Erleben von Gestaltwerdung, sei diese allt\u00e4glich oder experimentell herbeigef\u00fchrt. Ebenso deskriptiv sind die beiden Grundbegriffe der Vor- und Endgestalt. Von Vorgestalt sprechen wir dann, wenn etwas als nicht-endg\u00fcltig Imponierendes bereits Qualit\u00e4ten einer sich daraus entwickelnden endg\u00fcltigen Gestalt aufweist und von Endgestalt nur, wenn etwas am Ende eines aktualgenetischen Verlaufs in Endg\u00fcltigkeit erfasst wird. Die Voraussetzung f\u00fcr das Erlebnis der Entstehung einer Endgestalt ist stets das Vorausgehen einer Vorgestalt. Vorgestalt und Endgestalt erweisen sich demzufolge als interdependente Sukzessivglieder des aktualgenetischen Verlaufs (vgl. Graumann, 1959, S. 431-432).<\/p>\n\n\n\n<p>Der aktualgenetische Forschungsansatz beschreibt Wahrnehmungsvorg\u00e4nge als Entfaltungsprozesse, die aus einer Aufeinanderfolge verschiedener Stadien bestehen. Nach Carl-Friedrich Graumann ist dieser Entfaltungsprozess \u201egerichtet von einem Pol relativ ungegliederter (oft dynamischer) Ganzheit \u00fcber Vorgestalten zu einem Pole durchgegliederter sinnvoller Gestaltetheit (Sinngestalten)\u201c (Graumann, 1959, S. 414). Die Aufeinanderfolge der einzelnen Stadien (Diffusit\u00e4t; Heraustreten einer ganzheitlichen, dominierenden Qualit\u00e4t; Mannigfaltigkeit; ersch\u00f6pfende Gestalt) ist keine Summation. Die Endgestalt ist keine Summe der vorhergehenden Einzelstadien, vielmehr verbinden sich die einzelnen Stufen so, dass die vorangegangene in der folgenden aufgehoben wird. Der Prozess des Gestaltwerdens ist dabei zugleich als ein Prozess zunehmender Sinnerf\u00fcllung zu verstehen. Graumann betont, dass der aktualgenetische Entfaltungsprozess nicht kontinuierlich verl\u00e4uft, sondern in Phasen, die oft sprunghaft auseinander hervorgehen (vgl. Huber, 1989, S. 59). Der Grundverlauf der Aktualgenese wird begrifflich klar nach der jeweiligen Grundmethode unterschieden. Sander schl\u00e4gt vor, die von unverbundenen Details ausgehende Methode als merogen und, die von Anfang an ein Ganzes vorgebende als hologen zu bezeichnen. Die von uns verwendete Methode ist demnach hologenen Aufbaus (vgl. Graumann, 1959, S. 415). Detailliert beschreiben l\u00e4sst sich dieser aktualgenetische Wahrnehmungsverlauf in seiner ersten Phase als \u201eganzheitliche Diffusit\u00e4t\u201c (Braunschweig, 1951) oder als \u201eunsagbare, gef\u00fchlsartige, einfache Einheit\u201c (Ipsen, 1926), die zunehmend abgebaut und in Besonderes aufgespalten wird. In der zweiten Phase folgt die \u201eEntfaltung dominanter Gestaltmerkmale\u201c (Braunschweig, 1951), das sogenannte \u201eHervortreten dominierender Qualit\u00e4ten\u201c (Schwarz, 1932). Die dritte Phase des aktualgenetischen Wahrnehmungsverlaufs ist gekennzeichnet durch eine zunehmende \u201eDurchgliederung\u201c (Braunschweig, 1951) oder auch \u201eAusgliederung\u201c (Schwarz, 1932) einer wahrgenommenen Mannigfaltigkeit, die in der vierten Phase zu einer \u201edurchgegliederten Endgestalt\u201c (Schwarz, 1932) oder einer \u201eVerfestigung und endg\u00fcltigen Wiedergabe\u201c (Braunschweig, 1951) des Wahrgenommenen f\u00fchrt (vgl. Huber, 1989, S. 58-59).<\/p>\n\n\n\n<h2 style=\"font-size:23px\"><strong>3.2 Die Gestalttheorie nach Rudolf Arnheim<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Eine weitere theoriebezogene Grundlage f\u00fcr unsere \u00dcberlegungen zu den digitalen Verfremdungen bildet die Gestalttheorie nach Rudolf Arnheim, die nachfolgend dargestellt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-normal-font-size\"><strong>3.2.1 Einf\u00fchrung in die Gestalttheorie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die <strong>Gestalttheorie<\/strong><sup>1<\/sup>&nbsp;ist eine psychologische Schule, die sich mit dem ganzheitlichen Zusammenh\u00e4ngen menschlichen Erlebens und Verhaltens besch\u00e4ftigt, und in deren Mittelpunkt die Frage nach der Ordnung seelischen Geschehens steht (vgl. Metz-G\u00f6ckel, 2016, S. 21).<\/p>\n\n\n\n<p>Sie entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge der Auseinandersetzung mit den assoziationistischen und elementaristischen Ans\u00e4tzen der Psychologie. Ihr besonderes Interesse galt dabei den Wahrnehmungsph\u00e4nomenen allgemeiner Natur, aber vor allem den kunstbezogenen Wahrnehmungsph\u00e4nomenen, wozu Rudolf Arnheim einen wesentlichen Beitrag geleistet hat (vgl. Metz-G\u00f6ckel, 2016, S. 21). Im Folgenden beziehe ich mich auf Rudolf Arnheims Auffassung von Gestalttheorie, wie er sie in seinem Buch&nbsp;<em>\u201eKunst und Sehen\u201c&nbsp;<\/em>verfasst hat.<\/p>\n\n\n\n<p>___________<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\"><sup>1<\/sup> Die Begriffe&nbsp;\u201eGestalttheorie\u201c und \u201eGestaltpsychologie\u201c werden h\u00e4ufig gleichbedeutend verwendet. Dem Begriff \u201eGestalttheorie\u201c wird hier der Vorzug einger\u00e4umt. Die \u201eGestalttheorie\u201c ist keine eigene oder besondere Psychologie (im Sinne des Begriffs&nbsp;\u201eGestaltpsychologie\u201c),&nbsp;sondern eben eine Theorie der Psychologie und somit bescheidener (vgl. Guss, 1977, S. 6-7).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-normal-font-size\"><strong>3.2.2 Die Gestalt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Arnheim definiert <strong>Gestalt<\/strong> als ein Wahrnehmen von Formen, was nicht gleichzusetzen ist mit Form. Vielmehr ist die&nbsp;Form die sichtbare Gestalt des Inhalts.&nbsp;Zum einen wird die Gestalt durch die Grenzen eines Gegenstandes bestimmt. Dar\u00fcber hinaus wird die Gestalt eines Gegenstandes nicht nur durch seine Grenzlinien definiert; das von den Grenzlinien geschaffene Ger\u00fcst aus sichtbaren Kr\u00e4ften ist einflussnehmend, wie die Grenzen wahrgenommen werden (vgl. Arnheim, 1978, S. 50).<\/p>\n\n\n\n<p>Er sieht bereits in der Wahrnehmung von Gestalt eine \u00e4u\u00dferst aktive Besch\u00e4ftigung,&nbsp;die er mit \u201ebegreifen\u201c gleichsetzt. \u201eZum einen pr\u00e4gt sich die&nbsp;Welt der Bilder nicht einfach einem getreulich aufnehmenden Organ ein. Vielmehr greifen wir nach einem Objekt, wenn wir es ansehen. Mit einem unsichtbaren Finger bewegen wir uns durch den Raum um uns her und gehen zu entfernten Orten, wo Dinge zu finden sind; wir ber\u00fchren sie, fangen sie ein, pr\u00fcfen ihre Oberfl\u00e4che, ertasten ihre Umrisse, erforschen ihre \u00e4u\u00dfere Beschaffenheit\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 46). Gestalt sehen bedeutet aber auch das Erfassen des Wesentlichen, d.h. das Erfassen der wichtigsten Merkmale eines Objektes. Genauer betrachtet,&nbsp;\u201e[bestimmen] ein paar hervorstechende Merkmale nicht nur die Identit\u00e4t eines Wahrnehmungsdinges, sondern lassen es auch als ein vollkommenes, einheitliches Muster erscheinen. Das gilt nicht nur f\u00fcr unser Anschauungsbild von dem Objekt als einer Ganzheit, sondern auch f\u00fcr jeden einzelnen Teil, auf den sich unsere Aufmerksamkeit richtet\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 47). Wahrnehmung funktioniert also immer zielstrebig und selektiv.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Wahrnehmungsgestalt selbst sieht Arnheim&nbsp;\u201edas Ergebnis eines Wechselspiels zwischen dem physikalischen Gegenstand, dem Medium Licht als dem \u00dcbermittler von Information und den im Nervensystem des Betrachters herrschenden Bedingungen\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 50). Wie wir eine Gestalt eines Gegenstandes wahrnehmen, h\u00e4ngt jedoch nicht nur von der Netzthautprojektion in einem bestimmten Moment ab. Streng betrachtet, wird das Bild von der Gesamtheit der Seherlebnisse bestimmt, die wir mit diesem Gegenstand oder mit dieser Art von Objekt in unserem ganzen Leben gemacht haben (vgl. Arnheim, 1978, S. 51). Dabei erkennt der normale Gesichtssinn die Gestalt ganz unmittelbar (vgl. Arnheim, 1978, S. 56). \u201eEr begreift eine Gesamtstruktur\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 56). Dabei wird sichtbar, dass die prim\u00e4ren Erfahrungswerte Merkmale der Gesamtstruktur sind. Es werden vollst\u00e4ndige Muster wahrgenommen, die dann mit im Gehirn gespeicherten Erfahrungen abgeglichen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrnehmung sammelt demzufolge keine Einzelf\u00e4lle, sie bezieht sich nicht auf individuelle Sonderformen, sondern auf bestimmte Formtypen. Die Anf\u00e4nge der Begriffsbildung liegen daher in der Formwahrnehmung. Formwahrnehmung ist f\u00fcr Arnheim das Erfassen von hervorragenden Struktureigenschaften. Wahrnehmen bedeutet demnach bei Arnheim auch das Bilden von Wahrnehmungsbegriffen. Das Rohmaterial der Wahrnehmung entspricht dabei nicht dem, wie es die Wahrnehmung aufnimmt. Ein Gegenstand kann nur erfasst werden, wenn sein Wahrnehmungsbild in eine Form eingepasst werden kann (vgl. Arnheim, 1978, S. 47-49). Das Sehen schafft \u201eMuster aus allgemeinen Formen\u201c, die auf eine unbestimmte Zahl \u00e4hnlicher F\u00e4lle&nbsp;\u00fcbertragbar sind, daher erf\u00fcllt der Sehvorgang f\u00fcr ihn die Bedingungen der Begriffsbildung (Arnheim, 1978, S. 47).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Wort \u201eBegriff\u201c&nbsp;meint Arnheim keineswegs eine rein verstandesm\u00e4\u00dfige T\u00e4tigkeit. Die beschriebenen Vorg\u00e4nge laufen innerhalb des visuellen Bereichs des Nervensystems ab. Das Wort \u201eBegriff\u201c soll auf eine auffallende \u00c4hnlichkeit&nbsp;verweisen (vgl. Arnheim, 1978, S. 49-50). \u201eDie Wahrnehmung vollbringt auf der sinnlichen Ebene, was im Bereich des Denkens Verstehen genannt wird. Im Sehen nimmt jedermann auf bescheidene Art und Weise die zurecht bewunderte F\u00e4higkeit des K\u00fcnstlers vorweg, Muster zu erzeugen, die mittels gestalteter Form eine g\u00fcltige Interpretation von Erfahrung liefern\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 50). Arnheim gelangt zu der Erkenntnis: \u201eSehen ist Einsehen\u201c (Arnheim, 1978, S. 50).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-normal-font-size\"><strong>3.2.3 Die Gestaltgesetze<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nach der bisherigen Darstellung des Begriffs der Gestalt soll es nun um die Frage gehen, wie solche Gestalten \u00fcberhaupt zustande kommen. Anders gefragt: Wie kommt es, dass aus der Reizmannigfaltigkeit und Reizf\u00fclle bestimmte Gestalten entstehen, die sich von ihrer Umgebung mehr oder weniger scharf abgrenzen? Warum sehe ich Gegenst\u00e4nde und Personen, die sich von einem Hintergrund abheben, und nicht einfach eine ungeordnete F\u00fclle einzelner Punkte? Die Antwort der Gestalttheorie lautet: Die vorgefundene Ordnung der wahrgenommenen Welt ist das Ergebnis des Zusammenwirkens bestimmter Gesetze oder besser bestimmter Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, nach denen sich Teile zu Gestalten zusammenschlie\u00dfen und deshalb <strong>Gestaltgesetze<\/strong> genannt werden (vgl. Guss, 1977, S. 9).&nbsp;\u201eDer Zusammenschlu\u00df erfolgt derart, da\u00df die entstehenden Ganzen in irgendeiner Weise vor anderen denkbaren Einteilungen gestaltlich ausgezeichnet sind\u201c&nbsp;(zitiert nach Guss, 1977, S. 9). Der Zusammenschluss von Teilen zu einem Ganzen erfolgt demzufolge nach Ma\u00dfgabe der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Ordnung. Insofern dieser Zustand der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Ordnung als \u201eausgezeichnet\u201c&nbsp;oder&nbsp;\u201epr\u00e4gnant\u201c&nbsp;bezeichnet wird, sind Gestaltgesetze immer Pr\u00e4gnanzgesetze (vgl. Guss, 1977, S. 9). Die wichtigsten Gesetze sind bereits durch Max Wertheimer 1923 belegt worden. Wolfgang Metzger hat sie 1966 in einer zusammenfassenden Abhandlung zu sieben Gesetzen gruppiert:<\/p>\n\n\n\n<ol><li><em>Gesetz der Gleichartigkeit:&nbsp;<\/em>Gleichartige Elemente in Bezug auf Form, Farbe, Helligkeit etc. werden eher gruppiert.<\/li><li><em>Gesetz der N\u00e4he:&nbsp;<\/em>Nahe Elemente werden gruppiert.<\/li><li><em>Gesetz des gemeinsamen Schicksals:&nbsp;<\/em>Beispielsweise in die gleiche Richtung bewegte Elemente werden gruppiert.<\/li><li><em>Gesetz der Voreinstellung:&nbsp;<\/em>Sind bereits&nbsp;<em>n&nbsp;<\/em>Elemente nach einem bestimmten Prinzip organisiert, so wird ein hinzukommendes&nbsp;<em>n + 1<\/em>&#8211; Element nach demselben Prinzip gruppiert.<\/li><li><em>Gesetz des Aufgehens ohne Rest:&nbsp;<\/em>Alle Elemente werden in eine Gruppierung miteinbezogen.<\/li><li><em>Gesetz der durchgehenden Linie:&nbsp;<\/em>Wenn es m\u00f6glich ist, wird eine Linie stetig&nbsp;\u2013&nbsp;also geradlinig oder der Kr\u00fcmmung folgend&nbsp;\u2013&nbsp;fortgesetzt.<\/li><li><em>Gesetz der Geschlossenheit:&nbsp;<\/em>Elemente, die eine geschlossene Figur ergeben, werden eher gruppiert (vgl. M\u00fcsseler &amp; Rieger, 2017, S. 31).<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Der Begriff der Gestaltgesetze ist bei Rudolf Arnheim selbst nicht zu finden, obwohl er in seinem Buch&nbsp;<em>\u201eKunst und Sehen\u201c&nbsp;<\/em>eine ausf\u00fchrliche Beschreibung und Begr\u00fcndung dieser Gestaltgesetze vornimmt. Von den zahlreichen untersuchten und mitgeteilten Gestaltgesetzen seien hier zudem der Bezug zur&nbsp;<strong>\u201eEinfachheit\u201c<\/strong>,&nbsp;<strong>\u201eFigur und Grund\u201c<\/strong>&nbsp;und der&nbsp;<strong>\u201eEinfluss der Vergangenheit\u201c<\/strong>&nbsp;n\u00e4her erl\u00e4utert, der mir f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Gestalttheorie und im Rahmen des Kunstvermittlungsprojektes besonders bedeutsam erscheint.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-normal-font-size\"><strong>Einfachheit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Das Gesetz der <strong>Einfachheit<\/strong> besagt, dass eine Wahrnehmung umso deutlicher ist, je kongruenter Form und Inhalt sind, und zwar in dem Sinn, dass die Form nicht komplizierter ist als der transportierte Inhalt notwendig macht. Arnheim propagiert also ein&nbsp;\u201e\u00f6konomisches Prinzip\u201c (Arnheim, 1978, S. 61). Das \u201e\u00f6konomische Prinzip\u201c&nbsp;ist insoweit auf den \u00e4sthetischen Bereich anwendbar, dass auch der K\u00fcnstler nicht \u00fcber das hinausgehen soll, was er zu seinem Zweck ben\u00f6tigt. Er folgt dem Beispiel der Natur, die nach Worten Isaac Newtons&nbsp;\u201enichts vergeblich tut, und ein Mehr ist vergeblich, wenn weniger gen\u00fcgt&nbsp;[&#8230;]\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 62). Die strukturelle \u00dcbereinstimmung zwischen Bedeutung und der sichtbaren Gestalt nennt man in der Gestalttheorie&nbsp;\u201eIsomorphismus\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 65).<\/p>\n\n\n\n<p>Folglich geht es&nbsp;darum, ein Werk so \u201eeinfach\u201c wie m\u00f6glich zu gestalten. Rudolf Arnheim warnt aber davor, den Begriff der Einfachheit mit Banalit\u00e4t gleichzusetzen, da die Einfachheit die Komplexit\u00e4t nicht ausschlie\u00dft. Die Kunstwerke Wieland F\u00f6rsters sind vielschichtig, aber wir r\u00fchmen sie daf\u00fcr, dass sie&nbsp;\u201eEinfachheit besitzen\u201c, was nichts anderes bedeutet, als dass sie eine F\u00fclle an Bedeutung und Form in eine Gesamtstruktur einordnen, die jedem Detail ganz bewusst seinen Platz und seine Funktion in der Ganzfigur zuweist. Es geht also vielmehr um relative Einfachheit, die auf jeder Stufe von Vielschichtigkeit angewendet werden kann, als Prinzip der Sparsamkeit und Ordnung (vgl. Arnheim, 1978, S. 61-62).<\/p>\n\n\n\n<p>Als Nachweis der Vereinfachung kann das von Leonardo da Vinci beobachtete Prinzip des r\u00e4umlichen Abstands auf die Verfremdung des&nbsp;<em>\u201eKleinen trauernden Mannes\u201c&nbsp;<\/em>angewandt werden. Die Gestalt des&nbsp;<em>\u201eKleinen trauernden Mannes\u201c&nbsp;<\/em>sieht zu Beginn durch die Verfremdung wie ein kleiner, ovaler, dunkler K\u00f6rper aus. Er erscheint oval, weil die Verfremdung die einzelnen Teile so stark abschw\u00e4cht, dass schlie\u00dflich nichts au\u00dfer der gr\u00f6\u00dferen Masse sichtbar bleibt. Warum l\u00e4sst die Vereinfachung den Betrachter eine ovale Form sehen? Die Antwort ist, dass der Verfremdungseffekt den Reiz so stark abschw\u00e4cht, dass ihm der Wahrnehmungsmechanismus nur die einfachste Form aufzwingen kann, die m\u00f6glich ist &#8211; n\u00e4mlich das Ei als Spezialform des Kreises (vgl. Arnheim, 1978, S. 66). Und schlie\u00dflich ist das Ei f\u00fcr Wieland F\u00f6rster&nbsp;\u201e[&#8230;] die vitalste bildhauerische Grundform\u201c&nbsp;(Schierz &amp; Von Taschitzki, 2020, S. 32-33).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-normal-font-size\"><strong>Figur und Grund<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Beim Betrachten der unterschiedlichen Verfremdungen bemerken wir, dass immer ein Teil vor anderen in ausgezeichneter Weise hervortritt. Dieser Teil wird technisch als <strong>Figur<\/strong> bezeichnet, der Rest als <strong>Grund<\/strong>. Die Differenzierung nach Figur und Grund ist die einfachste und primitivste Form wahrnehmungsm\u00e4\u00dfiger Gestaltung. Die Unterscheidung von Figur und Grund ist laut Arnheim wesentlich, da die zugeh\u00f6rigen Wahrnehmungsqualit\u00e4ten verschieden sind. Die Figur ist allgemein von einem Rand abgegrenzt, besser lokalisiert, massiver und st\u00e4rker integriert, wogegen der Grund unbestimmt und als weniger durchstrukturiert erscheint. Die Figur scheint r\u00e4umlich vor dem Grund oder auf dem Grund zu liegen, und der Grund scheint sich durchg\u00e4ngig auch hinter der Figur auszudehnen. Die Figur wirkt zudem mehr als Mittelpunkt der Aufmerksamkeit innerhalb der Darstellung (vgl. Arnheim, 1978, S. 223-225).<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wir \u00fcberhaupt eine Figur erkennen k\u00f6nnen, ist normalerweise das Vorhandensein einer Kontur notwendig. Eine Funktion der Kontur ist, der Figur eine erkennbare Form zu verleihen (vgl. Krech &amp; Crutchfield, 1968, S. 74). In den Videos&nbsp;<em>\u201eArkadischer Akt\u201c<\/em>,&nbsp;<em>\u201eMittlere Daphne I\u201c&nbsp;<\/em>und <em>\u201eKleiner trauernder Mann\u201c&nbsp;<\/em>findet sich diese Grenzfunktion der Kontur wieder, bei denen der Grund viel einfacher gestaltet ist, als die Figur. Gegen\u00fcber dem Grund besitzen die Skulpturen eine gr\u00f6\u00dfere Eindringlichkeit, sie, nicht der Grund, bestimmen unsere Reaktion, sie haften viel besser im Ged\u00e4chtnis (vgl. Metz-G\u00f6ckel, 2016, S. 64).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-normal-font-size\"><strong>Der Einfluss der Vergangenheit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Dieses Gesetz setzt sich mit der Bedeutung von Erfahrungswerten in der Wahrnehmung auseinander. Jede Seherfahrung ist in einen r\u00e4umlichen und zeitlichen Zusammenhang eingebettet. So wie die \u00e4u\u00dfere Erscheinung von Objekten vom Aussehen r\u00e4umlich naheliegender Objekte ma\u00dfgeblich beeinflusst wird, steht sie zudem unter dem <strong>Einfluss zeitlich vorausgegangener Seherfahrungen<\/strong>. Was die Teilnehmer in den&nbsp;\u201eVerfremdungen\u201c&nbsp;sehen, ist demnach die Summe dessen, was sie in der Vergangenheit schon einmal gesehen haben (vgl. Arnheim, 1978, S. 52). Die Voraussetzung f\u00fcr die Formbeziehung zwischen Gegenwart und Vergangenheit formuliert Gaetano Kanizsa zutreffend: \u201eWir haben uns mit den Dingen unserer Umgebung gerade deshalb so vertraut machen k\u00f6nnen, weil sie sich durch Kr\u00e4fte eines Wahrnehmungsfeldes in uns festsetzten, die vor der Seherfahrung und unabh\u00e4ngig von ihr wirkten; erst so gaben sie uns die M\u00f6glichkeit, sie zu erfahren\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 52). Zudem muss eine Beziehung zwischen der Form des gegenw\u00e4rtigen Objekts und der Form fr\u00fcher wahrgenommener Dinge bestehen. In den&nbsp;\u201everfremdeten\u201c&nbsp;Videofilmen wird eine verbale Beschreibung der Originalfigur gegeben, die den Betrachter in die Richtung einer menschlichen Gestalt lenkt. Rudolf Arnheim weist darauf hin, dass Ged\u00e4chtnisspuren vertrauter Objekte die Wahrnehmungsform beeinflussen und sie ganz unterschiedlich erscheinen lassen k\u00f6nnen, falls die Struktur der Wahrnehmungsform das zul\u00e4sst. Die meisten Reizstrukturen sind n\u00e4mlich in irgendeiner Weise mehrdeutig. Die&nbsp;<em>\u201eMittlere Daphne I\u201c&nbsp;<\/em>kann ganz unterschiedlich aufgefasst werden, da sie uns einen Spielraum l\u00e4sst, in dem Erfahrungen der Vergangenheit und die Erwartung bestimmen k\u00f6nnen, ob wir eine weibliche Figur oder schon einen Baum sehen (vgl. Arnheim, 1978, S. 52-53).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfluss der Erinnerung wird noch st\u00e4rker, wenn ein starkes pers\u00f6nliches Bed\u00fcrfnis im Betrachter den Wunsch ausl\u00f6st, Gegenst\u00e4nde mit bestimmten Wahrnehmungseigenschaften zu sehen. Der Kunsthistoriker Ernst Gombrich meint:&nbsp;\u201eJe gr\u00f6\u00dfer die biologische Bedeutung eines Objektes f\u00fcr uns ist, desto mehr sind wir auf das Erkennen eingestellt&nbsp;\u2013&nbsp;und desto anspruchsloser sind wir daher in bezug auf formale \u00dcbereinstimmung\u201c&nbsp;(Arnheim, 1978, S. 54).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Implikation dieser Aussage ist beim genaueren Hinsehen brisant, da sie aussagt, dass, wenn etwas f\u00fcr uns sehr wichtig ist wahrzunehmen, wir keine genaue \u00dcbereinstimmung brauchen, um ein Objekt so zu identifizieren, wie wir es erwarten, ohne dabei die genaue \u00dcberpr\u00fcfung durch die Realit\u00e4t abzuwarten (vgl. Arnheim, 1978, S. 54).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-normal-font-size\"><strong>3.2.4 Kritische Betrachtung der Gestalttheorie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gestaltpsychologen gingen den Gesetzen nach, wie Wahrnehmung organisiert ist. Dabei orientierte sich ihr Vorgehen an einer durch Kurt Koffka (1935) ber\u00fchmt gewordenen Frage: <em>Warum sehen die Dinge so aus, wie sie aussehen?&nbsp;<\/em>Ihre Antwort in Form der Gestaltgesetze ist heute noch allgegenw\u00e4rtig und bereits in Abschnitt&nbsp;<em>3.2.3&nbsp;<\/em>dargelegt worden. Dort ist auch erw\u00e4hnt worden, dass die Gestaltgesetze einem \u00fcbergeordnetem Organisationsprinzip, dem sogenannten Pr\u00e4gnanzprinzip, folgen. Dabei handelt es sich um die Tendenz zur einfachsten, stabilsten und besten Gestalt (vgl. M\u00fcsseler &amp; Rieger, 2017, S. 39).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pr\u00e4gnanzprinzip entz\u00fcndete auch die Kritik an der Gestalttheorie. Auf Seiten der Gestaltpsychologen hatte man es vers\u00e4umt, die Kriterien zu determinieren, wann und unter welchen Bedingungen die einfachste, stabilste und beste Gestalt vorliegt. Das Fehlen der Kriterien wird vor allem in strittigen Reizkonstellationen offensichtlich, in denen im Vornherein nicht klar ist, was womit gruppiert wird (Abb. 1). Es wird in solchen F\u00e4llen zwar mit dem Pr\u00e4gnanzprinzip argumentiert, jedoch h\u00e4ufig nur im Nachhinein und oft nur aufgrund introspektiver Eindr\u00fccke. Der Vorwurf scheint deshalb berechtigt, dass zu mindestens die fr\u00fcheren Gestaltpsychologen mehr beschrieben als erkl\u00e4rt haben (vgl. M\u00fcsseler &amp; Rieger, 2017, S. 39).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-2-632x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1051\" width=\"136\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/ss20\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-2-632x1024.jpg 632w, https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/ss20\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-2-185x300.jpg 185w, https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/ss20\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-2.jpg 736w\" sizes=\"(max-width: 136px) 100vw, 136px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Abb. 1: Gesetz der durchgehenden Linie<\/strong>: <em>Welche                                           Elemente werden miteinander gruppiert?<\/em> Im oberen Teil        werden ein Kreuz und eine Raute wahrgenommen,        selten aber der \u00dcberlappungsbereich beider Figuren, der einen nach oben gerichteten Pfeil oder ein Haus offenbart (in: M\u00fcsseler &amp; Rieger, 2017, S. 31)<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund k\u00f6nnte man infrage stellen, ob die Gestalttheorie \u00fcberhaupt die Kriterien einer wissenschaftlichen Theorie erf\u00fcllt. Auf der Basis der vorliegenden Ausf\u00fchrungen ist dieser Zweifel durchaus berechtigt, obgleich zugestanden werden muss, dass die verschiedenen gestalttheoretischen Ans\u00e4tze und ihre Hauptstr\u00f6mungen hier notwendigerweise unterspezifiziert bleiben m\u00fcssen. Wolfgang K\u00f6hler (1958), einer der Begr\u00fcnder der Gestalttheorie, hat beispielsweise versucht, eine Theorie aufgrund von Prinzipien zu formulieren, die in spezifischen hirnphysiologischen Ideen pr\u00e4zisiert wurde. Dieser Ansatz erscheint aus heutiger Sicht sehr abstrakt (vgl. M\u00fcsseler &amp; Rieger, 2017, S. 39).<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch w\u00fcrde man der Gestalttheorie nicht gerecht, wenn man sie als historisch \u00fcberkommene und wissenschaftlich wertlose Str\u00f6mung bezeichnen w\u00fcrde. Die durch sie aufgeworfenen Fragen werden&nbsp;\u2013&nbsp;wenn auch mit anderen Ausgangspunkten und Mitteln&nbsp;\u2013&nbsp;durchaus weitergef\u00fchrt. Zudem existieren moderne Zug\u00e4nge zur Gestalttheorie, die den subjektiv beschriebenen Charakter der fr\u00fcheren Gestaltpsychologen erweitern. Des Weiteren blieben gestalttheoretische Ideen nicht nur auf den Bereich der Wahrnehmungsforschung beschr\u00e4nkt. Auch in der Denk- und Motivationspsychologie finden sich \u00dcberlegungen, die aus der gestalttheoretischen Tradition hervorgegangen sind (vgl. M\u00fcsseler &amp; Rieger, 2017, S. 39).<\/p>\n\n\n\n<h1 style=\"font-size:27px\"><strong>4. Reflexion der Relevanz der Vermittlung f\u00fcr die Zielgruppe Jugendliche<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Die Erfahrungen von Welt sind prinzipiell \u00e4sthetisch<sup>2<\/sup>, das hei\u00dft sie beruhen auf unterschiedlichen Wahrnehmungsprozessen wie Sehen, H\u00f6ren, Tasten, Riechen, Schmecken und der Empfindung des eigenen K\u00f6rpers. Aber auch die eigene Konstruktion von Welt z. B. in Form innerer Bilder, Kl\u00e4nge oder Stimmen meint eine \u00e4sthetische Dimension (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 222). Daraus resultierend sollte die erfahrungsbasierte Bildung von Jugendlichen mit dem Ziel der \u201eVerkn\u00fcpfung von Ich und&nbsp;der Welt\u201c&nbsp;nicht ausschlie\u00dflich auf kognitive, sondern auch auf sinnliche und die Wahrnehmung ansprechende Prozesse beruhen (Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 222).<\/p>\n\n\n\n<p>Bezugnehmend zu der von uns ausgew\u00e4hlten Zielgruppe der Jugendlichen zeigt der Bildungsbereich&nbsp;<em>\u201eK\u00fcnstlerisch-\u00e4sthetische Bildung\u201c&nbsp;<\/em>auf, welche Potentiale der aktive, wahrnehmungsorientierte Umgang mit verschiedenen Ausdrucksformen bietet, um Teenager in ihren Selbstbildungsprozessen zu unterst\u00fctzen. Dabei muss die k\u00fcnstlerisch-\u00e4sthetische Bildung auf die jeweilige Lebenswelt von Jugendlichen bezogen sein (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 222-223). Digitale Medien wie die digitale Fotografie, die digitale Verfremdung und das digitale Video besitzen als Ausdrucksmedien eine gro\u00dfe Bedeutung und gelten durch ihre N\u00e4he zur popul\u00e4ren Kultur vor allem bei Jugendlichen als beliebt (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 233). Das Kennenlernen von Werken des K\u00fcnstlers Wieland F\u00f6rster kann helfen, ernsthafte Themen wie Trauer, Schmerz und Krieg auf der einen Seite und Sinnlichkeit, Sch\u00f6nheit und Lebenslust auf der anderen Seite zu kommunizieren, die&nbsp;\u201edas Fremde in den Jugendlichen\u201c&nbsp;in den Fokus r\u00fcckt (Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 223). Die zun\u00e4chst unbekannten und vielleicht irritierenden Verfremdungen sprechen den Erfahrungs- und Lebenshorizont von Teenagern durchaus an. Sie entdecken ihnen Vertrautes in neuen Zusammenh\u00e4ngen und es interessiert sie, welcher Sinn dahintersteckt. Wahrnehmungsorientierte Fragestellungen regen sie an, zu imaginieren, sich Geschichten dazu auszudenken und die dingliche und r\u00e4umliche Alltagswelt anders als gewohnt wahrzunehmen (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 223).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abl\u00f6sung vom Elternhaus und die damit verbundene Hinwendung zur Gruppe der Gleichgesinnten und Gleichgestellten, der Peergroup, tr\u00e4gt oft zum R\u00fcckzug aus institutionellen Bildungsangeboten bei. Dies zeigt sich z.B. in den von Teenagern weniger besuchten Angeboten im Freizeitbereich der Ganztagsschule sowie der Jugendkunstschulen. Mit unserem Kunstvermittlungsprojekt wollen wir deshalb ein attraktives Angebot f\u00fcr Jugendliche schaffen, das eine zunehmende Eigenst\u00e4ndigkeit ber\u00fccksichtigt und sich an stilistischen Vorlieben der Zielgruppe orientiert z.B. das Anfertigen eines Selbstportr\u00e4ts purer Lebenslust zum&nbsp;<em>\u201eArkadischen Akt\u201c&nbsp;<\/em>(vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 233). <\/p>\n\n\n\n<p>Auch sollten Gruppenaktivit\u00e4ten in Peergroups m\u00f6glich sein. Um diese kulturellen Prozesse zu unterst\u00fctzen, wurde f\u00fcr die Jugendlichen ein entsprechender&nbsp;\u201eRaum\u201c&nbsp;f\u00fcr \u00e4sthetische Erfahrungen, k\u00fcnstlerische Praxis und die Begegnung mit&nbsp;\u201eGleichgesinnten\u201c&nbsp;zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Forum bietet als&nbsp;<em>\u201eKunstraum\u201c<\/em> die Gelegenheit k\u00fcnstlerische Produktionen von den Jugendlichen z.B. Malereien, Zeichnungen, Texte, Videos u.a. zu zeigen. Der&nbsp;\u201eKunstraum\u201c&nbsp;wird dabei nicht nur zur Verf\u00fcgung gestellt, sondern durch die digitale Kommunikation und Interaktion der Teilnehmenden gebildet. Somit wird eine Gruppenidentit\u00e4t angesprochen, welche die Entwicklung des Ichs im Austausch mit der Gesellschaft f\u00f6rdert (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 223).<\/p>\n\n\n\n<p>___________<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:14px\"><sup>2&nbsp;<\/sup>\u201e\u00c4sthetisch\u201c&nbsp;bezieht sich in diesem Fall auf das griechische Wort&nbsp;\u201eaisthesis\u201c und meint&nbsp;die Lehre von der sinnlichen, k\u00f6rperlichen Wahrnehmung und Empfindung (Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 222).<\/p>\n\n\n\n<h1 style=\"font-size:27px\"><strong>5. Auswertung von R\u00fcckmeldungen<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Aufgrund der zeitlich begrenzten Durchf\u00fchrungsdauer des Kunstvermittlungsprojektes und der zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorgesehenen Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse wurde das Projekt lediglich mit Studierenden der Universit\u00e4t Erfurt durchgef\u00fchrt. Die Umsetzung des Projektes zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt mit der Zielgruppe der Jugendlichen ist vorgesehen. Von den bisherigen Teilnehmern erhielten wir in Form einer Umfrage und der Kommentarfunktion hilfreiche R\u00fcckmeldungen. An der Online-Umfrage beteiligten sich insgesamt drei Besucher der Kunstvermittlungsseite. Unter der Fragestellung:&nbsp;<em>\u201eWelche Verfremdungsart inspiriert euch am meisten und warum?\u201c&nbsp;<\/em>konnten die Teilnehmer in Form einer Rangfolge abstimmen und ihre Entscheidung mithilfe der Kommentarfunktion begr\u00fcnden. In der Umfrage wurde die <em>\u201eDrehbewegung zum Arkadischen Akt\u201c&nbsp;<\/em>mit zwei Teilnehmerstimmen als Favorit ausgew\u00e4hlt. Doch auch die Verfremdung zur&nbsp;<em>\u201eMittleren Daphne I\u201c&nbsp;<\/em>wurde einmal als inspirierendste Verfremdungsart bestimmt. Die resultierende Rangfolge der verfremdeten Skulpturen spiegelt sich auch in den Kommentaren wider. Eine R\u00fcckmeldung zur&nbsp;<em>\u201eDrehbewegung zum Arkadischen Akt\u201c&nbsp;<\/em>weist darauf hin, dass die auditive Begleitung besonders hilfreich f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der formalen Beziehungen innerhalb der skulpturalen K\u00f6rper und ihrer Beziehung zum Raum ist. Zudem w\u00fcrden nach Ansicht der Kommentatoren die Videos durch ihre&nbsp;<em>\u201esculptures-body compositions\u201c&nbsp;<\/em>die traumatischen Erlebnisse des K\u00fcnstlers Wieland F\u00f6rster \u00fcbersetzen. In einem anderen Kommentar zur Verfremdung der&nbsp;<em>\u201eMittleren Daphne I\u201c&nbsp;<\/em>wird die favorisierte Verfremdungsart folgenderma\u00dfen begr\u00fcndet:&nbsp;\u201eZum einen hat der Verfremdungseffekt bestens zum Text gepasst und die Spannung zum tats\u00e4chlichen Bild wurde lange aufrechterhalten.\u201c&nbsp;Nach heutigem Stand k\u00f6nnen nur diese Auswertungen vorgenommen werden. Auf die Zukunft bezogen, w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, das Projekt auch mit der vorgesehenen Zielgruppe der Jugendlichen durchzuf\u00fchren. Eine gr\u00f6\u00dfere Teilnehmerzahl w\u00fcrde mehr Aufschluss \u00fcber die Wirkungen der unterschiedlichen Verfremdungsarten auf den Betrachter geben. Au\u00dferdem k\u00f6nnte das Forum als <em>\u201eKunstraum\u201c&nbsp;<\/em>noch st\u00e4rker genutzt werden, um den bewussten Austausch der Jugendlichen untereinander zu unterst\u00fctzen und die k\u00fcnstlerischen Produktionen zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<h1 style=\"font-size:27px\"><strong>6. Res\u00fcmee<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Das digitale Kunstvermittlungsprojekt\u00a0<em>\u201eSkulpturen verfremdet\u201c<\/em>, das den Ansatz einer wahrnehmungsorientierten Kunstvermittlung verfolgt, veranschaulicht ein Vorgehen, das die konkreten Darstellungs- und Sinnbez\u00fcge eines Werkes aufgreift und jugendgerecht vermittelt. Die ausgew\u00e4hlten digitalen Medien\u00a0\u2013\u00a0Video, Verfremdung wie Forum\u00a0\u2013\u00a0er\u00f6ffnen ein gro\u00dfes Spektrum an neuen Arbeits- und Erfahrungsm\u00f6glichkeiten. Das Verfahren der Verfremdung bietet die M\u00f6glichkeit, die Art und Weise der eigenen Wahrnehmung und damit der eigenen Konstruktion von Welt zu untersuchen und zu erweitern (vgl. Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, 2015, S. 226). Zentral ist, dass die Jugendlichen auf vorhandene Erfahrungen und Themen\u00a0\u2013\u00a0wie Trauer und Schmerz, aber auch Liebe und Sch\u00f6nheit\u00a0\u2013\u00a0unmittelbar zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen und Resonanzen zwischen ihrer Lebenswelt und den Sinnangeboten der Kunst finden. Die Verfremdungen dienen dabei als Inspiration, sie er\u00f6ffnen M\u00f6glichkeiten der gedanklichen und gestalterischen Auseinandersetzung mit dem Originalwerk und der individuellen Auslegung. Schlussfolgernd ergeben sich durch eine wahrnehmungsorientierte Kunstvermittlung zwei positive Aspekte: Zum einen findet eine intensive gedankliche Auseinandersetzung mit den konkreten Intentionen, Ausdruckmitteln, Symbolbez\u00fcgen des K\u00fcnstlers statt (vgl. Uhlig &amp; Wahner, 2012, S. 8). Der Sinn des Kunstwerks wird nicht \u201everbogen\u201c (Uhlig &amp; Wahner, 2012, S. 8). Dies flie\u00dft zum anderen in die gestalterische Praxis der Teilnehmer ein und verhindert so den unreflektierten Nachvollzug einer k\u00fcnstlerischen Ausdrucksform (vgl. Uhlig &amp; Wahner, 2012, S. 8).<\/p>\n\n\n\n<h1 style=\"font-size:27px\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Arnheim, R. (1978):&nbsp;<em>Kunst und Sehen. Eine Psychologie des sch\u00f6pferischen Auges.&nbsp;<\/em>Neufassung. Berlin, New York: Walter de Gruyter.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemmeke, C., John, H., Kr\u00e4mer, H. (2001):&nbsp;<em>euphorie digital? Aspekte der Wissensvermittlung in Kunst, Kultur und Technologie.&nbsp;<\/em>Bielefeld: transcript Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Graumann, C.-F. (1959):&nbsp;<em>Aktualgenese. Die deskriptiven Grundlagen und theoretischen Wandlungen des aktualgenetischen Forschungsansatzes&nbsp;<\/em>in: Zeitschrift f\u00fcr experimentelle und angewandte Psychologie 6. G\u00f6ttingen: Verlag f\u00fcr Psychologie. S. 410-448.<\/p>\n\n\n\n<p>Guss, K. (1977):&nbsp;<em>Gestalttheorie und Fachdidaktik. Mit 44 Abbildungen und 2 Tabellen.<\/em> Darmstadt : Steinkopff Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Huber, H. D. (1989):&nbsp;<em>System und Wirkung: Rauschenberg, Twombly, Baruchello. Fragen der Interpretation und Bedeutung zeitgen\u00f6ssischer Kunst. Ein systemtheoretischer Ansatz.<\/em> M\u00fcnchen: Wilhelm Fink Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Krech, D., Crutchfield, R. S. (1968):&nbsp;<em>Grundlagen der Psychologie. Band 1.&nbsp;<\/em>Weinheim: Beltz Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Metz-G\u00f6ckel, H. (2016):&nbsp;<em>Gestalttheorie und kognitive Psychologie.&nbsp;<\/em>Wiesbaden: Springer Fachmedien.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcsseler, J., Rieger, M. (2017):&nbsp;<em>Allgemeine Psychologie.&nbsp;<\/em>3. Auflage. Berlin Heidelberg: Springer Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Sandabad, M. (17. April 2017):&nbsp;<em>Kunstvermittlung in der digitalen Gegenwart<\/em>. Von Deutschlandfunk: https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/serie-kunst-stoffe-kunstvermittlung- in-der-digitalen.691.de.html?dram:article_id=383951 abgerufen<\/p>\n\n\n\n<p>Schierz, K. U., Von Taschitzki, T. (2020):&nbsp;<em>Wieland F\u00f6rster. Skulpturen und Zeichnungen. Zum 90. Geburtstag des Bildhauers.&nbsp;<\/em>Bonn: Mitteldeutscher Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Th\u00fcringer Ministerium f\u00fcr Bildung, Jugend und Sport (Hrsg.) (2015):&nbsp;<em>Th\u00fcringer Bildungsplan bis 18 Jahre. Bildungsanspr\u00fcche von Kindern und Jugendlichen.&nbsp;<\/em>Erfurt: donner+friends.<\/p>\n\n\n\n<p>Uhlig, B., Wahner, S. (Mai 2012):&nbsp;<em>Kunstp\u00e4dagogische Kunstvermittlung<\/em>. Von Kulturmanagement: https:\/\/www.kulturmanagement.net\/dafc0c1febacdf5f2c9a80d7e47db9eb,0fm.pdf abgerufen<\/p>\n\n\n\n<p>Zielinski, S. (1992):&nbsp;<em>Video &#8211; Apparat\/Medium, Kunst, Kultur. Ein internationaler Reader.<\/em> Frankfurt am Main: Verlag Peter Lang.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Expertinnen-Ecke-J.-Simon-1.pdf\">Expertinnen-Ecke-J.-Simon<\/a><a href=\"https:\/\/kunstvermittlung.uni-erfurt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Expertinnen-Ecke-J.-Simon-1.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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